GESCHICHTE HOFPÜRGLHÜTTE

Schon Ende des 19. Jahrhunderts war eine Schutzhütte beabsichtigt, u.a. von der Sektion Linz des (damaligen) Deutschen und Österreichischen Alpenvereines. Erste Verhandlungen wurden 1899 vom Sektionsobmann Dr. Nicoladoni mit dem Grundeigentümer Sebastian Lackner vom "Unterhof" gepflogen. Das Plateau auf dem Hofpürgl wird schließlich als bester und schönster erwählt, der Pachtvertrag am 1. September 1900 in Linz unterzeichnet. Ein Jahr darauf errichtet die Sektion eine kleine Hütte. Das Bauholz war dem Grundeigentümer abgekauft, geschlägert und hinaufgetragen worden. 1902 wird  die erste Hofpürglhütte ihrer Bestimmung übergeben.

Im Johann Lackner ("Unterhof") findet man den ersten Pächter; er bewirtschaftet die Hütte bis zu ihrer Vergrößerung im Jahr 1906.

Unter dem zweiten Pächter, Bergführer Franz Vierthaler ("Mandling"), kauft die Sektion dem Unterhof-Bauern das Grundstück ab, ist somit Eigentümer von Hütte und Grund. Vierthaler bewirtschaftet mit seiner Frau bis 1919.

Von 1920 bis 1945 ist der Zillertaler Peter Pezzei der Pächter. 1934 wird zur direkten Wasserversorgung eine Pumpanlage und ein Hochbehälter errichtet. (Zuvor hatte man jeden Liter von der etwa 50 Hm tiefer gelegenen Quelle heraufgetragen.)

Ab 1945 bewirtschaften Hermine und Sebastian Lackner - ja, der berühmte "Wastl" ! - die Hütte. Wastl ist viele Jahre nicht nur der gute Wirt, sondern für die Kletterer ein väterlicher Freund und Kamerad. In seiner "Lackner-Kante" an der SW-Kante der Großen Bischofsmütze und im "Wastl Lackner-Steig" hinunter zur Oberhofalm lebt sein Andenken weiter. Sein guter Ruf als Erschließer zünftiger Kletterrouten im Dachsteingebirge und als Bergretter ("Grünes Kreuz") reicht weit über sein "Revier" hinaus.

Die legendären Wirtsleute bleiben 22 Saisonen oben. In diese Zeit fallen einige "technische" Erstbegehungen an der Bischofsmütze, wodurch sich bekannte Namen "verewigten": Bruno Wintersteller, Peter Holl, Leo Forstenlechner, Willi End, Hermann Buhl, Marcus Schmuck, Leo Schlömmer und andere.

1967 pachten Alfred Steiner und seine Gattin Kathi aus Ramsau die Hütte. Statt der bisherigen Beschäftigung eines Trägers und Mulitreibers baut die Sektion eine Materialseilbahn von der Aualm hinauf. Nach zwei Jahren Schaffens auf der Hütte verstirbt Alfred Steiner plötzlich. Seine Witwe bewirtschaftete bis 2004 in ihrer heiter-resoluten Art die inzwischen (1981) ausgebaute Hütte. Und seit 2000 ist sie Ehrenmitglied der Sektion Linz des OeAV.

Ab 2005 pachtet Heinz Sudra die Hofpürglhütte.

1980 erfolgt der Anschluss an das Stromnetz; Umbau des Seilbahnantriebs auf E-Motor.

1980 und 1981 wird mit Hilfe des OeAV-Gesamtvereins und öffentlicher Mittel ein großer Zu- und Ausbau durchgeführt: Erweiterung der Räumlichkeiten, Modernisierung der Küche auf Selbstbedienung, Bau einer Kläranlage.

1994 bis 1997 ff. Bergführer Heinz Sudra, Sektion Linz, richtet oberhalb der Hütte einen neuzeitlichen Klettergarten ein und eröffnet mit wechselnden Partnern einige moderne Alpinrouten an den Wänden der Umgebung. (Was noch andauert ...)

1993 und 1999 erzwingen mehrere riesige Bergstürze an der Südost- und Südseite der Großen Bischofsmütze und durch nachfolgende Unwetter abgegangene Geröllmuren zeitweilige behördliche Wegsperren und -verlegungen aus Sicherheitsgründen. Die Bewirtschaftung der Hütte leidet darunter sehr. Alle Wege wurden jedoch bald wieder geöffnet und sind gefahrlos zu begehen.

1999 und 2000: Bau einer biologischen (gemischt aeroben-anaeroben) Abwasser-Reinigungsanlage mit Nutzwassergewinnung für eine Teil der WC-Anlagen.

2000 pachtet die Sektion von Christian Steiner ("Pichlmayer") eine Quelle, um sommerlichen Trockenperioden zu begegnen.